Grazer Linuxtage 2026

Wiederholbare Linux-Installationen auf Deinem Laptop ohne Datenverlust
2026-04-10 , Lehrsaal IX
Language: Deutsch

--- Update 6.4.2026 ---

Der Workshop richtet sich an Linux-Benutzer mit Erfahrung, die mehr über die technischen Details einer Betriebssysteminstallation erfahren wollen.

Ablauf

  • Erklärung der technischen Grundlagen.
  • Darstellung der Möglichkeiten und der Grenzen.
  • Vorstellung einiger möglicher Konfigurationen.
  • Mögliche Fehlerfälle aufzeigen und analysieren.
  • Ein großer Teil der Zeit wird für Installationen verwendet, die sich an den Wünschen der Teilnehmer orientieren.
    Hierbei kann man entweder
    - Mir zuschauen, wie ich auf von mir mitgebrachten Laptops Installationen durchführe oder
    - Aktiv teilnehmen (Voraussetzungen siehe unten).

Für die Leute, die aktiv mitmachen wollen, hier die 2 Möglichkeiten bei der Wahl der Hardware

Möglichkeit 1: Ein Laptop auf dem man Image-Builds macht und die erstellten Images auf VMs testet:
  • Der Laptop hat Linux und Podman (mit root-Rechten) installiert, um Images zu bauen.
  • Min. 256GiB freier Festplattenplatz.
  • Min. 8GiB freier RAM für das Starten einer VM.
  • VMs müssen UEFI unterstützen.
  • VMs müssen das Verbinden des gebauten Images als Festplatte/Disk (nicht CDROM/ISO) erlauben. Das Einbinden als USB-Wechseldatenträger ("removable USB drive") simuliert den tatsächlichen Workflow auf echter Hardware am besten und wurde mit virt-manager/qemu-kvm getestet.
  • Wer simulieren möchte, das vorhandenen Windows Systems in einer VM zu erhalten
    (so wie man es beim Client auf echter Hardware ggf. wollen würde),
    sollte sich Windows in eine VM unter Verwendung von UEFI installieren.
    Die Windows-Installation sollte man verkleinern können, so dass man danach mindestens 60GiB freien Festplattenplatz am Ende der Disk hat.
    Verkleinern wird im Rahmen des Workshops erledigt.
Möglichkeit 2: Zwei Laptops und zwei schnelle USB-Thumbdrives:
  • Ein Laptop hat Linux und Podman (mit root-Rechten) installiert, um Images zu bauen.
  • Der Laptop zum Bauen der Images hat min. 128GiB freien Festplattenplatz.
  • Der andere Laptop ist zum Installieren und sollte !KEINE! wichtigen Daten enthalten.
  • Der Laptop zum Installieren muss UEFI unterstützen.
  • Thumbdrives:
    • !KEINE! wichtigen Daten (werden definitiv komplett gelöscht).
    • Min. 32GB, Größe nach oben offen.
    • Je schneller desto besser.
      Tipp:
      • Besonders gut machen sich alte NVMe/NGFF oder SATA SSDs in USB Enclosures.
      • Thunderbolt ab Version 3 / USB4 Enclosures sind sehr schnell und werden auch unterstützt, haben jedoch ihre Eigenheiten, wenn man davon booten möchte.
  • Im Rahmen des Workshops können wir versuchen eine bestehende Windows-Installation zu erhalten, die sich auf dem mitgebrachten Laptop zum Installieren befindet.
    Dazu wird die Windows-Installation verkleinert. Dabei gibt es Einiges zu beachten und es kann Einiges schief gehen.
    Wie bereits oben erwähnt, sollte der Laptop zum Installieren !KEINE! wichtigen Daten enthalten und es sollte egal sein, wenn die bestehende Windows-Installation auf dem Laptop zum Installieren zerstört wird.

--- End Update ---

Moderne Linux-Installer funktionieren gut beim ersten Installieren - scheitern aber oft, sobald ein System neu installiert oder ersetzt werden soll, ohne bestehende Betriebssysteme und Daten zu zerstören. Genau dieses reale Szenario steht im Mittelpunkt dieses Workshops.

Im Workshop zeige ich, wie man z.B. Linux-Laptops vollautomatisiert, wiederholbar und zustandsbewusst installiert - mit klarer Trennung zwischen First Install und Reinstall:

Beim ersten Installieren wird die komplette Struktur automatisch erzeugt (ESP, LUKS, Btrfs, Subvolumes).

Bei Reinstallationen werden nur Boot und Root (verschlüsselt, Btrfs) neu erstellt.

Bestehende Windows-Installationen, andere Linux-Systeme und Datenpartitionen bleiben vollständig erhalten.

Die ESP wird wiederverwendet, sodass andere Betriebssysteme weiterhin booten.

Der Installer prüft vor jeder Aktion den realen Disk-Zustand (Partitionstabelle, Dateisysteme, LUKS, Subvolumes).

Wenn der Zustand nicht exakt passt, bricht die Installation bewusst ab - statt Daten zu riskieren.

Die Installation erfolgt vollautomatisiert:

mit FAI für Debian-/Ubuntu-basierte Systeme

mit Kickstart für Red Hat-/Fedora-basierte Systeme

Ein besonderes Highlight:
Bei einer Reinstallation kann die Distribution gewechselt werden, ohne die Daten anzufassen - z. B. Ubuntu zu Fedora, installiert auf denselben zwei Partitionen, während Windows und Daten unverändert bleiben.

Wir arbeiten mit realistischen Disk-Layouts (inkl. Fehlerfällen), analysieren sie gemeinsam und bauen Schritt für Schritt eine Installationslogik, die explizit „nein“ sagt, wenn etwas nicht sicher ist.

Ich war in den letzten Jahren Teamlead bei einem IT-Service-Provider mit Schwerpunkt auf Linux-Server-Infrastruktur, Automatisierung und Betrieb. Desktop-Installationen auf realer Hardware haben mich allerdings schon früh begleitet – unter anderem in meinen ersten Jahren bei Magna Graz – und sind bis heute ein technisches Hobby geblieben, das ich kontinuierlich weiterentwickle.

Aktuell studiere ich an der TU Wien und beschäftige mich außerdem mit Blockchain, AI und Cryptocurrencies.