Grazer Linuxtage 2026

Warum müssen wir (noch) Windows verwenden? Erfahrungen zum langfristigen Einsatz von Linux in Kleinunternehmen
11.04.2026 , HS i1
Sprache: Deutsch

Nicht erst aufgrund der aktuellen Ereignisse, wodurch Schlagwörter wie ‚Digitale Souveränität‘ oder ‚Softwareautonomie‘ auf einmal in aller Munde sind, ist Linux eine interessante Alternative im professionellen Bereich. Während es sich im Serverbereich als stabil, zuverlässig und sicher durchgesetzt hat, findet es im Desktopbereich noch nicht die breite Verwendung. Obwohl es ursprünglich für diesen Zweck entwickelt wurde.

Es gibt hier nach wie vor von vielen Anwendern, aber auch selbst unter IT-Fachleuten, Unwissen, Vorurteile und Unklarheiten, zum Einsatz von Linux in Unternehmen.
Eine davon ist, dass Linux nur mit Aufwand oder nur im Serverbereich in größeren Unternehmen mit entsprechendem Fachpersonal eingesetzt werden kann.
Oder dass der IT-Aufwand für Kleinunternehmen zu hoch wäre und es nur etwas für Softwareentwickler oder Nerds wäre, die Linux privat im Desktopbereich einsetzen.

Demgegenüber wird Linux in unserem Unternehmen seit 2005 sukzessive eingesetzt. Sowohl im Desktop- wie auch im Serverbereich wird hier durchgehend auf Debian Linux zurückgegriffen. Dabei war es das Ziel, jede im Unternehmen notwendige IT-Einheit (Rechen-, Mail-, Cloudserver, u.ä.) als eigene Hardware abzubilden. Mittlerweile kann hier auf >20 Jahre Betriebserfahrung zurückgegriffen werden.

Waren es ursprünglich Performancegründe und Sicherheitsüberlegungen, kann heute gezeigt werden, dass sich beim durchgehenden Einsatz von Linux gerade aus Unternehmersicht einige Vorteile darstellen lassen: Sicherheit, Robustheit, Zuverlässigkeit, aber auch Nachhaltigkeit und vor allem geringe Kosten.

Trotzdem ist es bis dato notwendig, einige Rechner auch noch unter Windows zu betreiben. Weil es z.B. keine entsprechend geeignete professionelle Anwendungssoftware zur Verfügung steht bzw. weil keine geeignete Portierung von Softwareherstellern unter Linux bereitgestellt wird. Die Gründe dafür sind nicht immer nachvollziehbar. Sie sind aber wohl die eigentliche Einsatzbarriere für eine stärkere Verbreitung von Linux in Unternehmen.

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der gridlab GmbH in Graz.
Das Unternehmen beschäftigt sich seit >20 Jahren mit der Optimierung von großtechnischen Abgasreinigungsanlagen und Industrieanlagen allgemein durch numerische Strömungssimulation (engl. Computational Fluid Dynamcis, CFD). Durchführung zahlreicher Optimierungsprojekte in verschiedensten Industriebereichen weltweit.
Ziel ist die Intensivierung der 3D-Strömungsbedingungen einer Anlage, die in der Regel signifikanten Einfluss auf die Anlageneffizienz haben, durch die numerische Modellierung.

2005 Gründung von gridlab, 2006 Gewinner des i2b-Wettbewerbs in Österreich, 2015 Nominierung zum österreichischen Staatspreis für Consulting.